Es gibt ein Bedürfnis, das viele von uns ihr ganzes Leben begleitet. Still. Beharrlich. Manchmal kaum spürbar, manchmal überwältigend präsent.
Oft auch gar nicht bewusst.
Es ist das Bedürfnis von Geborgenheit.
Und paradoxerweise ist es genau dieses Bedürfnis, für das wir uns oft schämen.
Wir haben gelernt, stark zu sein. Unabhängig. Erwachsen. Selbstständig. Niemanden zu brauchen. Gerade wir Frauen haben verinnerlicht, dass Nähe, Anlehnen, Sich fallen lassen etwas ist, das man
„im Griff haben“ sollte. Oder besser: gar nicht erst brauchen.
Doch Geborgenheit ist kein kindlicher Mangel.
Geborgenheit ist ein zutiefst menschliches Grundbedürfnis.
Viele Frauen tragen eine leise Scham in sich, wenn sie merken:
Ich möchte gehalten werden.
Ich möchte mich sicher fühlen.
Ich möchte nicht immer alles allein tragen.
Eine Stolz basierte Scham sagt uns:
„Du bist doch erwachsen.“
„Du kannst das allein.“
„Sei nicht so bedürftig.“
Also funktionieren wir weiter.
Wir organisieren, halten zusammen, sind emotional verfügbar – für andere.
Doch innerlich bleibt etwas leer.
🎄 Weihnachten legt den Finger auf die Wunde.
Gerade an Weihnachten wird diese Leerstelle spürbar.
Die Welt wird leiser.
Und, egal ob wir wir Menschen um uns haben oder alleine sind, ist sie plötzlich da: die Einsamkeit.
Doch Einsamkeit ist oft nicht das eigentliche Gefühl.
Einsamkeit ist der Schleier.
Darunter liegt die unerfüllte Sehnsucht nach Geborgenheit.
Nach einem Menschen bei dem wir nicht stark sein müssen.
Bei dem wir uns anlehnen dürfen.
Bei dem wir weich sein dürfen.
Geborgenheit ist keine Schwäche
Geborgenheit bedeutet nicht, ungesund abhängig zu sein.
Sie bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben.
Im Gegenteil:
Geborgenheit entsteht dort, wo wir bei uns selbst sicher sind.
Wo wir uns erlauben, weich zu werden.
Wo wir unsere Sehnsucht nicht länger verurteilen.
Eine Frau, die ihre Sehnsucht nach Geborgenheit anerkennt, verliert nichts.
Sie gewinnt Tiefe.
Wahrhaftigkeit.
Und emotionale Würde.
Die Rückkehr zu dir
Vielleicht ist Weihnachten auch genau dafür da:
Nicht, um perfekt zu sein.
Nicht, um glücklich zu wirken.
Nicht, um alles „im Griff“ zu haben.
Sondern um ehrlich zu werden.
Mit deiner Einsamkeit.
Mit deiner Sehnsucht.
Mit deinem Bedürfnis nach Geborgenheit.
Es beginnt dort, wo du aufhörst, dich dafür zu schämen.
Und vielleicht ist das das größte Geschenk, das du dir selbst machen kannst:
Dir zu erlauben, dieses Bedürfnis wieder spüren zu dürfen.
Ohne Erklärung.
Ohne es erfüllt bekommen zu müssen.
Einfach, weil du Mensch bist.

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